Wasser von oben, Wasser im Glas

Wasser von oben, Wasser im Glas

Oktober 2026

Oktober 2026

Eine Verkostung im Atelier Etti

Eine Verkostung im Atelier Etti

Eine Verkostung im Atelier Etti

Wie schon im vergangenen Jahr durfte ich auch heuer wieder eine Wasserverkostung im Atelier Etti gestalten. Wasser stand dabei erneut im Mittelpunkt. Allerdings aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven: Als kostbares Kulturgut und Genussmittel einerseits und als unverzichtbare Ressource in der Modebranche andererseits.

Am Samstag kam das Wasser zunächst von oben. 

Das regnerische Wetter hielt viele Besucher davon ab, sich auf den Weg ins Atelier zu machen. Der Sonntag zeigte sich zwar kühl, blieb aber zumindest trocken und lockte deutlich mehr Menschen an. Es entstanden spannende Gespräche, überraschende Erkenntnisse und ein reger Austausch. Die Zeit verging dabei wie im Flug.

Wasser in der Mode: Wie viel steckt in einem T-Shirt?

Gemeinsam mit dem Atelier Etti, das sich intensiv mit dem Thema Wasserverbrauch in der Mode beschäftigt, konnten wir zeigen, wie eng unser Alltag mit dieser kostbaren Ressource verbunden ist.

Wusstest du, dass für die Herstellung eines herkömmlichen Baumwoll-T-Shirts häufig ein Wasserfußabdruck von rund 2.700 Litern angegeben wird? Bio-Baumwolle kann – abhängig von Anbauregion und Produktionsweise – den Wasserfußabdruck deutlich reduzieren, teilweise um etwa die Hälfte. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob die Baumwolle biologisch angebaut wird, sondern auch, wie viel künstliche Bewässerung benötigt wird und wie die Faser anschließend verarbeitet wird.

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Bewirtschaftung der Böden. Ökologisch orientierte Anbaumethoden wie der Einsatz von Kompost und eine vielfältige Fruchtfolge können den Humusaufbau fördern und dazu beitragen, dass Böden Wasser und organisches Material besser speichern. Der Verzicht auf synthetische Pestizide schützt zudem die Umwelt.

Doch der Wasserverbrauch endet nicht mit der Ernte. Auch beim Spinnen, Weben und insbesondere beim Färben und Veredeln von Textilien wird Wasser eingesetzt. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen setzen deshalb unter anderem auf geschlossene Wasserkreisläufe, die Wasser wiederaufbereiten und den Eintrag von Schadstoffen in Gewässer verringern.

Auch die Wahl der Faser macht einen Unterschied:

  • Baumwolle: Für ein T-Shirt werden häufig rund 2.700 Liter Wasser als Richtwert genannt. Reine Baumwollfasern lassen sich grundsätzlich recyceln. Mischgewebe, etwa aus Baumwolle und Elastan, sind dagegen schwieriger zu recyceln.

  • Leinen: Für ein Leinen-T-Shirt werden je nach Berechnung etwa 600 bis 900 Liter Wasser* angegeben. Flachs, die Pflanze, aus der Leinen gewonnen wird, wächst besonders gut in regenreichen Regionen und kommt häufig ohne künstliche Bewässerung aus. Wasser wird unter anderem bei der Fasergewinnung und der anschließenden Verarbeitung benötigt.

  • Tencel (Lyocell): Für ein T-Shirt werden teilweise Wasserverbrauchswerte von etwa 100 bis 300 Litern* angegeben. Lyocell wird aus Zellulose, beispielsweise aus Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft, hergestellt. Die Bäume wachsen in der Regel mit natürlichem Niederschlag. Bei der Herstellung können geschlossene Prozesskreisläufe einen sehr hohen Anteil der eingesetzten Lösungsmittel zurückgewinnen und wiederverwenden. Der tatsächliche Wasserfußabdruck hängt allerdings auch hier von Herkunft und Verarbeitung ab.

Neben der Materialwahl gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Ressourcen zu schonen. Kleidungsstücke länger zu nutzen. Pflegen, reparieren, weitergeben, verkaufen oder upcyceln. All das verlängert ihre Lebensdauer und kann dazu beitragen, den Bedarf an neuen Rohstoffen und Produktionswasser zu reduzieren.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt der durchschnittliche direkte Wasserverbrauch im Haushalt bei ungefähr 122 Litern (1) pro Person und Tag. Der indirekte Wasserverbrauch, der in Produkten und Lebensmitteln steckt, kommt noch hinzu.

Vom Wasserverbrauch zum Wassergenuss

Nach diesen Einblicken in den Wasserverbrauch der Modebranche ging es an meinen Verkostungstisch. Dort warteten drei unterschiedliche Mineralwässer und vier Käsesorten darauf, miteinander entdeckt zu werden.

Im Glas waren das Biomineralwasser Vilsa, ein spritziger Franken Brunnen und mein geliebtes Staatlich Fachingen. Dazu gab es jungen Emmentaler, Parmesan, Frischkäse und Blauschimmelkäse.

Wie verändert ein Wasser den Geschmack eines Käses? Welche Mineralisierung harmoniert mit welchen Aromen? Und wie wirken Kohlensäure, Mineralstoffe und Textur im Zusammenspiel mit Fett, Salz und Würze?

Genau darum geht es bei einer Wasser-Käse-Verkostung: Wasser nicht länger nur als Begleiter zu betrachten, sondern als eigenständigen Bestandteil des Genusserlebnisses. Je nach Zusammensetzung kann es Aromen hervorheben, den Gaumen erfrischen oder einen spannenden Kontrast zum Käse schaffen.

Natürlich konnten bei einer solchen Verkostung nicht alle Besucher selbst zum Glas greifen. Umso interessanter war es für mich, die abgegebenen Bewertungen auszuwerten und zu sehen, welche Wasser-Käse-Kombinationen besonders gut ankamen. Das Ergebnis findet ihr im Diagramm weiter unten.

Zwei Perspektiven, eine kostbare Ressource

Was ich von diesem Wochenende mitnehme, sind nicht nur die Verkostungsergebnisse, sondern vor allem die vielen Begegnungen. Ich durfte mich mit interessierten Menschen austauschen, ihre Begeisterung erleben und immer wieder beobachten, wie groß das Erstaunen darüber ist, was Mineralwasser geschmacklich bewirken kann.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie vielfältig unser Umgang mit Wasser ist. Wir genießen es, wir verwenden es in der Produktion und wir sind darauf angewiesen, dass es auch in Zukunft in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.

Wasser ist Landschaft, Lebensgrundlage, Rohstoff und Kulturgut. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen sowohl auf das, was wir trinken, als auch auf das, was wir kaufen und konsumieren.

Ein herzliches Dankeschön an das Atelier Etti für die Einladung, die wunderbare Location und die Gastfreundschaft an diesem besonderen Wochenende. Ich freue mich, dass wir Genuss und Nachhaltigkeit auf so anschauliche Weise miteinander verbinden konnten.

*Richtwerte: Die Wasserfußabdrücke von Textilien variieren je nach Berechnungsmethode und Produktionsbedingungen.

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/umwelt/wasserverbrauch-durch-kleiderkonsum?

(1) BDEW – Wasserfakten im Überblick 2024


 Auswertung erstellt mit künstlicher Intelligenz.

Wie schon im vergangenen Jahr durfte ich auch heuer wieder eine Wasserverkostung im Atelier Etti gestalten. Wasser stand dabei erneut im Mittelpunkt. Allerdings aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven: Als kostbares Kulturgut und Genussmittel einerseits und als unverzichtbare Ressource in der Modebranche andererseits.

Am Samstag kam das Wasser zunächst von oben. 

Das regnerische Wetter hielt viele Besucher davon ab, sich auf den Weg ins Atelier zu machen. Der Sonntag zeigte sich zwar kühl, blieb aber zumindest trocken und lockte deutlich mehr Menschen an. Es entstanden spannende Gespräche, überraschende Erkenntnisse und ein reger Austausch. Die Zeit verging dabei wie im Flug.

Wasser in der Mode: Wie viel steckt in einem T-Shirt?

Gemeinsam mit dem Atelier Etti, das sich intensiv mit dem Thema Wasserverbrauch in der Mode beschäftigt, konnten wir zeigen, wie eng unser Alltag mit dieser kostbaren Ressource verbunden ist.

Wusstest du, dass für die Herstellung eines herkömmlichen Baumwoll-T-Shirts häufig ein Wasserfußabdruck von rund 2.700 Litern angegeben wird? Bio-Baumwolle kann – abhängig von Anbauregion und Produktionsweise – den Wasserfußabdruck deutlich reduzieren, teilweise um etwa die Hälfte. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob die Baumwolle biologisch angebaut wird, sondern auch, wie viel künstliche Bewässerung benötigt wird und wie die Faser anschließend verarbeitet wird.

Ein wichtiger Unterschied liegt in der Bewirtschaftung der Böden. Ökologisch orientierte Anbaumethoden wie der Einsatz von Kompost und eine vielfältige Fruchtfolge können den Humusaufbau fördern und dazu beitragen, dass Böden Wasser und organisches Material besser speichern. Der Verzicht auf synthetische Pestizide schützt zudem die Umwelt.

Doch der Wasserverbrauch endet nicht mit der Ernte. Auch beim Spinnen, Weben und insbesondere beim Färben und Veredeln von Textilien wird Wasser eingesetzt. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen setzen deshalb unter anderem auf geschlossene Wasserkreisläufe, die Wasser wiederaufbereiten und den Eintrag von Schadstoffen in Gewässer verringern.

Auch die Wahl der Faser macht einen Unterschied:

  • Baumwolle: Für ein T-Shirt werden häufig rund 2.700 Liter Wasser als Richtwert genannt. Reine Baumwollfasern lassen sich grundsätzlich recyceln. Mischgewebe, etwa aus Baumwolle und Elastan, sind dagegen schwieriger zu recyceln.

  • Leinen: Für ein Leinen-T-Shirt werden je nach Berechnung etwa 600 bis 900 Liter Wasser* angegeben. Flachs, die Pflanze, aus der Leinen gewonnen wird, wächst besonders gut in regenreichen Regionen und kommt häufig ohne künstliche Bewässerung aus. Wasser wird unter anderem bei der Fasergewinnung und der anschließenden Verarbeitung benötigt.

  • Tencel (Lyocell): Für ein T-Shirt werden teilweise Wasserverbrauchswerte von etwa 100 bis 300 Litern* angegeben. Lyocell wird aus Zellulose, beispielsweise aus Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft, hergestellt. Die Bäume wachsen in der Regel mit natürlichem Niederschlag. Bei der Herstellung können geschlossene Prozesskreisläufe einen sehr hohen Anteil der eingesetzten Lösungsmittel zurückgewinnen und wiederverwenden. Der tatsächliche Wasserfußabdruck hängt allerdings auch hier von Herkunft und Verarbeitung ab.

Neben der Materialwahl gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Ressourcen zu schonen. Kleidungsstücke länger zu nutzen. Pflegen, reparieren, weitergeben, verkaufen oder upcyceln. All das verlängert ihre Lebensdauer und kann dazu beitragen, den Bedarf an neuen Rohstoffen und Produktionswasser zu reduzieren.

Zum Vergleich: In Deutschland liegt der durchschnittliche direkte Wasserverbrauch im Haushalt bei ungefähr 122 Litern (1) pro Person und Tag. Der indirekte Wasserverbrauch, der in Produkten und Lebensmitteln steckt, kommt noch hinzu.

Vom Wasserverbrauch zum Wassergenuss

Nach diesen Einblicken in den Wasserverbrauch der Modebranche ging es an meinen Verkostungstisch. Dort warteten drei unterschiedliche Mineralwässer und vier Käsesorten darauf, miteinander entdeckt zu werden.

Im Glas waren das Biomineralwasser Vilsa, ein spritziger Franken Brunnen und mein geliebtes Staatlich Fachingen. Dazu gab es jungen Emmentaler, Parmesan, Frischkäse und Blauschimmelkäse.

Wie verändert ein Wasser den Geschmack eines Käses? Welche Mineralisierung harmoniert mit welchen Aromen? Und wie wirken Kohlensäure, Mineralstoffe und Textur im Zusammenspiel mit Fett, Salz und Würze?

Genau darum geht es bei einer Wasser-Käse-Verkostung: Wasser nicht länger nur als Begleiter zu betrachten, sondern als eigenständigen Bestandteil des Genusserlebnisses. Je nach Zusammensetzung kann es Aromen hervorheben, den Gaumen erfrischen oder einen spannenden Kontrast zum Käse schaffen.

Natürlich konnten bei einer solchen Verkostung nicht alle Besucher selbst zum Glas greifen. Umso interessanter war es für mich, die abgegebenen Bewertungen auszuwerten und zu sehen, welche Wasser-Käse-Kombinationen besonders gut ankamen. Das Ergebnis findet ihr im Diagramm weiter unten.

Zwei Perspektiven, eine kostbare Ressource

Was ich von diesem Wochenende mitnehme, sind nicht nur die Verkostungsergebnisse, sondern vor allem die vielen Begegnungen. Ich durfte mich mit interessierten Menschen austauschen, ihre Begeisterung erleben und immer wieder beobachten, wie groß das Erstaunen darüber ist, was Mineralwasser geschmacklich bewirken kann.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie vielfältig unser Umgang mit Wasser ist. Wir genießen es, wir verwenden es in der Produktion und wir sind darauf angewiesen, dass es auch in Zukunft in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht.

Wasser ist Landschaft, Lebensgrundlage, Rohstoff und Kulturgut. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen sowohl auf das, was wir trinken, als auch auf das, was wir kaufen und konsumieren.

Ein herzliches Dankeschön an das Atelier Etti für die Einladung, die wunderbare Location und die Gastfreundschaft an diesem besonderen Wochenende. Ich freue mich, dass wir Genuss und Nachhaltigkeit auf so anschauliche Weise miteinander verbinden konnten.

*Richtwerte: Die Wasserfußabdrücke von Textilien variieren je nach Berechnungsmethode und Produktionsbedingungen.

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/umwelt/wasserverbrauch-durch-kleiderkonsum?

(1) BDEW – Wasserfakten im Überblick 2024


 Auswertung erstellt mit künstlicher Intelligenz.